14. März 2016, Berlin – Tel Aviv – Jerusalem

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(Klobasawelpe) 10:55 Uhr, nach einem schnellen Check-In und einem wahnsinnig leckeren Frühstück im Duty Free-Bereich sitzen wir entspannt im Flieger nach Tel Aviv, legen die Füße hoch und freuen uns auf die Reise, die vor uns liegt.

Oder auch nicht… 

Schon beim Check-In stoßen wir auf Schwierigkeiten. Nicht, dass ich es anders erwartet hätte. Aber irgendwo war da doch die leise Hoffnung, dass wir einfach durchgewunken werden. Trotz der vielen israelischen Stempel in meinem Pass und trotz der Tatsache, dass wir zwei räudige Rucksacktouristen sind, die aus sehr dubiosen Gründen nach Israel einreisen. Fußball, Basketball und dann auch noch in die Westbank. Haben Sie da Freunde? Ja, jede Menge Palästinenser.

Auf jeden Fall keine gute Mischung, wenn man durch die Sicherheitskontrollen der El Al-Airline möchte.

Kaum sind wir beim Schalter angelangt, werden wir getrennt und einzeln befragt. Die ganze Zeit habe ich panische Angst, dass ich etwas anderes antworte als der Köter. Dabei hat der Köter es viel besser als ich. Schließlich war er noch nie in Palästina und hat durch Smalltalk über die Marine und Fußball sofort das Herz des Beamten gewonnen, während ich mich mit Fragen zur Westbank, Israel und Geld heumschlagen muss. Großartig!
Das ganze wird auch nicht unbedingt besser: Nach dem Ende der Befragung kriegen wir eine Karte in die Hand. „Begeben Sie sich durch die Passkontrolle und gehen dann zu einem extra Security-Bereich.“ Mitleidige Blicke des Ordners, den wir nach dem Weg fragen. Oh je, ich ahne Übles. Der einzige Lichtblick: Wir dürfen unsere Rucksäcke umsonst als Gepäck einchecken. Wahrscheinlich, damit uns niemand eine Bombe zustecken kann.

Der spezielle Security-Bereich der El Al-Airline. Vor uns ist eine Frau dran. Allein reisend. Auch mit Rucksack. Sehr verdächtig.

Dann bin ich dran. Ein enger Raum mit einer Durchleuchtungsmaschine, einem Wasserspender und einer Art Duschvorhang. Ich sehe es schon. Ich werde mich ausziehen müssen.

Aber nein, mein Gepäck wird nur durchleuchtet und so etwas wie ein Abstrich von meinen Schuhen gemacht. Suchen die nach Sprengstoff?

Dann wird der Köter reingelassen und durchläuft dasselbe Prozedere.

Und wieder Glück im Unglück. Nach dem Check dürfen wir an allen Schlangen vorbeigehen.

Aber wir haben es noch nicht geschafft. Kurz vor dem Gate werde ich abgefangen. „We found things in your backpack.“

Oh je, was für Dinge? Habe ich doch eine Bombe dabei? Das wüsste ich aber.

„Books.“

Ach so, sie meint die Reiseführer. Na gut, das ist ja kein Problem.

„An Arab dictionary.“

Oh!

Aber das lässt sich auch klären und endlich sitzen wir im Flieger. Angeblich verspätet wegen einer technischen Störung. Ich glaube ja, es ist wegen uns, aber das können sie ja schlecht sagen.

Der Flug vergeht schnell und entspannt und auch die Befragungen am Flughafen sind erstaunlich unkompliziert. Wahrscheinlich haben sie uns in Berlin genug durchleuchtet.

Als wir schließlich im Sherut nach Jerusalem auf dem Weg zu unserem Spiel sitzen, kann ich endlich die Tatsache genießen, wieder in Israel zu sein. Während der Köter friedlich vor sich hinschläft und sich geistig und wahrscheinlich auch körperlich auf das Fußballspiel heute Abend vorbereitet.

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