19.März 2016, 8 Jahre Absolution

12887262_976879489059185_895848469_o

(Klobasawelpe) Endlich sind die Köter einmal produktiv. Ihren guten Vorsätzen folgend kommen sie wirklich um sieben aus den Federn, kaum dass der Wecker klingelt und um zwanzig nach acht sitzen wir schon im Auto. Das würde ich schon fast einen Rekord nennen.

Die Bahaigärten können wir auf Grund der frühen Stunde noch nicht sehen, aber auch von außen lassen sich schöne Bilder machen und schon geht es weiter in Richtung Akkon.

Nachdem wir gestern im Schnelldurchlauf durch die Straßen gehetzt sind, lassen wir uns jetzt mehr Zeit zum Besichtigen und Herumstreunen.

Unser Rundgang beginnt mit der alten Citadelle. Zu sehen gibt es viel und auch der Audioguide, der selbstständig ohne drücken funktionieren soll, klingt vielversprechend.

Die Citadelle ist wunderschön und auch die Innenräume sind sehr spannend.

Leider stellt sich der Audioguide als sehr nervtötend heraus. Offensichtlich funktioniert er über WLAN und während der Köter die meiste Zeit die richtigen Geschichten über Kreuzzüge, Templer und Mameluken hört, überschneiden sich bei mir die verschiedenen Abschnitte. Dauernd unterbrechen sich die Männer und die Frauenstimme und irgendwann gebe ich frustriert auf.

Nur der Tunnel, der am Anfang angepriesen wird, geht ohne die beiden Stimmen.

Oft muss man sich bücken und heraus kommen wir in einem Souvenirshop. Toller Geheimgang…

Also raus aus dem Laden und durch den Markt zurück,um den Audioguide zurückzugeben.

Als nächstes steht ein alter Templertunnel auf dem Programm, dessen Sinn niemand genau kennt und weiter geht’s zum Hamam, dem türkischen Bad. Hier funktioniert der Audioguide und ein virtueller Mann führt uns durch die Geschichte des Bades und seine Funktionen. Er stellt sich stolz als der Sohn des letzten Bademeisters vor. Was für ein beeindruckender Titel!

Mehrere Bademeister erzählen nun vom Bad. Eigentlich ganz nett gemacht, obwohl man über die stolzen Bademeister doch oft schmunzeln muss.

Nachdem wir noch einmal über den Markt und vor allem den Fischmarkt geschlendert sind, bleiben wir bei der Moschee stehen. Hier wurden wir gestern schon herzlich Willkommen geheißen und ein Mann hatte uns gebeten, doch morgen wieder zu kommen, da die Moschee jetzt geschlossen sei.

Am Eingang zahlen wir die zehn Schekl Eintritt und bekommen Tücher, die wir uns um die Schultern legen müssen. Eigentlich ganz angenehm, denn langsam beginnt die Sonne tiefer zu sinken und es wird kühler.

Als erstes betrachten wir den Garten. Wunderschön gefliester Boden und Blumen. Und natürlich Feigen und Olivenbäume, denn die sind heilig und dürfen in keiner Moschee fehlen, wie wir später lernen. Sehr entspannend, nach der hektischen Altstadt von Akko. Bis auf unsere Landsleute, die es sich auch hier nicht nehmen lassen, sich daneben zu benehmen. Ein älterer Mann, Bauchtasche, beiger Hut und protzige Filmkamera, lässt es sich nicht nehmen, sich an dem Ticketverkäufer vorbei zu drängen und in den Garten der Synagoge so filmen. Als der Ticketverkäufer ihn freundlichst darauf hinweist, dass er doch bitte ein Ticket kaufen möchte, fährt der Mann ihn mit einem „Hab ich nicht.“ an. Als der Verkäufer ihn darauf bittet zu gehen, wirkt der Mann sehr angesäuert und verschwindet schließlich murmelnd. Bestimmt nichts Nettes. Auch wir wollen uns schon auf den Weg zurück machen, als uns derselbe freundliche Mann von gestern anspricht.

12721652_976879429059191_1307588417_n

Er bietet uns eine Führung an und obwohl wir wissen, dass die natürlich nicht kostenlos sein wird, lassen wir uns durch die Moschee führen. Und er erzählt uns einige Dinge, die wir noch nicht wussten. Zum Beispiel, dass man die Schuhe in der Moschee nicht aus Ehrfurcht vor Gott auszieht, sondern schlicht aus hygienischen Gründen.

Die 16 Shekl sind am Ende auf jeden Fall gut investiert.

Als letztes Highlight haben wir uns die Stadtmauer vorgenommen. Hier kann man ein kurzes Stück auf der Stadtmauer entlang gehen und die Altstadt von oben bewundern.

Weiter geht’s zum Fußballspiel und eigentlich ist an diesem Tag doch alles glatt gegangen.

Aber man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Im Kibbuz angekommen fehlt der Welpengeldbeutel. Der Beginn eines mehrstündigen Dramas. Alles wird abgesucht und der Köter ist wirklich fürsorglich, obwohl er allen Grund hat, stocksauer auf seinen Welpen zu sein, aber ich muss wohl so traurige Augen gemacht haben, dass der Köter Mitleid hatte.

Selbst der Mann an der Rezeption sieht, dass irgendwas nicht stimmt und gibt uns eines der freien Zweibettzimmer für den Schlafsaalpreis. Wenigstens etwas.

Der Geldbeutel taucht aber nicht mehr auf, so sehr wir auch suchen. Also wird herumtelefoniert. Karten werden gesperrt und sich Sorgen gemacht. Als endlich alles geregelt ist, ist es spät und die beiden Köter fallen todmüde ins Bett.

Dass der Geldbeutel am nächsten Morgen wie durch ein Wunder aufgetaucht ist, schreibe ich morgen. Man muss ja auch irgendwie die Spannung erhalten. Sowas Ähnliches hat der Köter mal gesagt, also kreiere ich hier einen wunderschönen Cliffhanger und verschwinde ins Bett.

PS. Ach ja genau, jeder Kreuzfahrer, der Akko erreicht erhält übrigens 8 Jahre Absolution im Voraus. Ist das nicht praktisch?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Folgt uns
Instagram
Instagram did not return a 200.

Follow Me!