Hapoel Akko – Maccabi Netanya 4:1 (2:1) (Liga Ha’Al, Relegationsrunde, 2. Spieltag, Acre Municipal Stadium)

akko
(Klobasaköter) Nach unserer Tourirunde rund um den See Genezareth ging es für uns streunende Köter zum nächsten wichtigen Ground zurück nach Akko. An dem direkt am Mittelmeer gelegenen Stadion waren wir in den letzten zwei Tagen ja schon unzählige Male vorbeigekommen und somit war das Auffinden des Grounds eher easy going. Auch Parkplätze gab es reichlich, sollte das hübsche kleine Stadion inmitten der Palmen doch heute alles andere als voll werden. Dafür verantwortlich wohl die mangelnde Brisanz der ganzen Angelegenheit. Akko und Netanya duellierten sich nämlich in der Relegationsrunde der ersten israelischen Liga und während Netanya am Tabellenabgrund im Sturzflug auf Liga 2 unterwegs ist, dümpelt Akko in dieser Saison im langweiligen Niemandsland herum.

Brisanz ist anders und so haben sich die Vereinsbosse wohl überlegt, dass man andere Anreize schaffen muss, um überhaupt noch Zuschauer für den Rest der Saison ins Stadion zu locken. Der Eintritt zu diesem Kracher war daher gratis und die eh finanziell angeschlagenen Köter freuten sich sehr über das Schnäppchen.

In Israel wird übrigens nach dem Prinzip gespielt, dass alle vierzehn Teams einmal im Hin- und Rückspiel gegeneinander antreten und anschließend die Tabelle in eine Meisterschaftsrunde und eine Relegationsrunde aufgeteilt wird. Die ersten sechs Teams der Tabelle messen sich noch ein weiteres Mal im Hin- und Rückspiel (die Punkte aus der bisherigen Saison aber bleiben erhalten) und spielen den Meister aus. Die Teams in der Relegationsrunde spielen noch genau einmal gegeneinander und die letzten zwei Clubs müssen runter in die Liga Leumit. Während unsere ersten beiden Spiele in Israel jeweils Teil der Meisterrunde waren, feierte jetzt also die Loserrunde seine Köter-Hoppingpremiere.

Aber wer uns kennt, der weiß ja, je rumpeliger und erbärmlicher, desto besser.

Kehren wir zurück in das hübsche kleine Stadion am Meer. Kurios hier, dass die Haupttribüne quasi aus drei kleinen Tribünen besteht. Und zwar gewollt, nicht weil irgendwann irgendwer einfach hier und da etwas dazugebaut hat. Fotografieren ließ sich die Tribüne leider nicht. Für dieses Highlightspiel blieb die Gegengerade nämlich geschlossen.

Viel Auswahl bei der Platzsuche hatten die Köter also nicht.

Kaum auf der Tribüne angekommen, kämpfte der Welpe auch schon mit dem Schlaf. Die ca. 12 Akko-Ultras zwischen 12 und 20 Jahren versprachen nun auch nicht gerade ein Stimmungsfestival und so gab es bis auf unsere am Vortag in Sakhnin aufgelesenen Sonnenblumenkerne auch kaum Highlights. Und das obwohl es wirklich nicht am Spiel lag. Eigentlich war es sehr kurzweilig.

Akko klar besser und mit schnellen Toren, Netanya halt so wie ein Absteiger eben spielt: Unglücklich bis grausam. Trotz der Tore aber war die ganze Angelegenheit irgendwie unerheblich. Ein besseres Wort fällt mir da auch einfach nicht ein. Das Erlebnis Fußball in Akko war schlicht und einfach unerheblich. Aber wat mutt, dat mutt. Jeder Ground will gemacht werden.

Unser Nachtquartier schlugen wir an diesem Tage übrigens in Nazareth auf. Der Plan war möglichst viele verschiedene Unterkünfte zu testen. Das SimSim von Samir und seiner deutschen Frau mit viel arabischem Flair bekommt von uns Kötern auch gleich mal fünf Leckerli* Es war extrem sauber, extrem nett, super günstig und es gab einen Aufenthaltsraum, den man auch tatsächlich benutzen durfte. Dazu noch viele Tipps und angebotene Touren.

Ach ja, und als Bonus ein paar böse dreinblickende Fundi-Christen am Startpunkt des sogenannten Jesus-Trails, die mal wieder ab neun Uhr im Bettchen lagen, das Neue Testament lesend und uns mit unbeschreiblich bösen Blicken versehend. Dabei bemühte sich der Welpe doch wirklich leise zu sein, beim Beziehen des Etagenbetts. Der große Köter hätte diese spinnerten Mitbewohner dafür gern noch einmal zähnefletschend angeknurrt, aber als er vom Schreibmarathon für eben diesen Blog zurück ins Zimmerchen schlich, träumten die Damen wohl schon von ihrer epischen Taufe im Jordan. Just like Jesus did…

*Das just in diesem Moment erfundene Bewertungsmerkmal der Köter. Und wenn etwas wirklich ätzend ist, wie das Port Inn aus Haifa versehen wir es ab sofort mit einem großen braunen Häufchen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Folgt uns
Instagram
Instagram did not return a 200.

Follow Me!