03.04.2016, Amman

Amman

(Klobasawelpe) Der Tag heute beginnt entspannt. Um 7 Uhr stehen die ersten Reisenden in unserem Schlafsaal auf. Jedenfalls die ersten, von denen wir etwas mitbekommen. Aber wir drehen uns um und können noch entspannt zwei Stunden weiterschlafen. Haha!

Danach geht es in den Speisesaal zum Frühstück, das inklusive ist. Rührei, ein Würstchen, Bohnen, Hummus, Oliven, Kuchen, selbstgebackenes Brot und Sour Cream.

An dieser Stelle mal kurz zu den Hostels in Jordanien. Sie sind nicht nur allesamt günstiger als die in Israel, sie enthalten auch viel mehr Schnickschnack. Allein dieses wunderbare Frühstück!

Nach dem Frühstück machen sich die Köter auf, um Amman zu erkunden.

Los geht es mit der Zitadelle, die einen wunderbaren Ausblick auf die Stadt bietet. Außerdem gibt es diverse römische Ruinen, etwa den Herculestempel und Gebäude, die auf die Omayaden zurückgehen.

Aber das ist leichter gesagt, als getan. Der Weg nach oben ist nicht so leicht zu finden. Okay, vielleicht ist das auch ein bisschen die Schuld des Welpen, da ich mich nicht genau informiert und die große Karte daheim gelassen habe, aber das kann ich vor dem Köter natürlich nicht zugeben.

Irgendwann sind wir aber doch oben angekommen, werden mit unserem wunderbaren Jordan Pass (Habe ich schon erwähnt wie sehr er sich auszahlt? Man kann ihn gar nicht oft genug loben.) durchgewunken und schon stehen wir zwischen den riesigen Säulen des Herkulestempels.

Wir gönnen uns einen ausgiebigen Spaziergang durch diese beeindruckenden Bauwerke und genießen den Ausblick über die Stadt. Amman wurde ursprünglich auf sieben Hügeln gebaut, erstreckt sich inzwischen aber bestimmt über 20 dieser Art. Der Ausblick ist unglaublich. Wir können unser Hostel sehen, das römische Theater und das Forum, das wir später noch besichtigen wollen und natürlich die größte Attraktion Ammans: Einer der größten Fahnenmasten der Welt. Stolze 126,8 m hoch. Die Fahnen, die dort gehisst werden können, sind bis zu sage und schreibe 1800 Quadratmeter groß! Wow! Jedenfalls wenn man sich für Fahnen interessiert.

An sich sind die Jordanier sehr stolz auf ihr Land. Überall sieht man Fahnen.

Weiter geht’s ins archäologische Museum. Ziemlich klein, da die meisten Schätze inzwischen im Jordan Museum liegen, aber immerhin gibt es hier eine siebentausend Jahre alte Zwillingsstatue zu besichtigen. Angeblich die älteste erhaltene Statue überhaupt. Und wir haben sie gesehen. Yeah.

Nach einem Eis machen sich die Köter wieder auf den Weg nach unten und stehen bald vor dem Forum, dass sie eben noch von oben bewundern konnten.

Und hinein geht’s in das Amphitheater, das erstaunlich gut erhalten ist und weiter zum Odeon. Wieder wirkt unser Jordan Pass Wunder. Die Kontrolleure machen sich nicht einmal mehr die Mühe, die Pässe zu scannen und winken uns einfach durch.

Der nächste Punkt auf der Sightseeing-Liste ist das oben bereits erwähnte Jordan Museum.

Der Weg dorthin ist ein ganzes Stück, führt aber durch ein lebendiges Soukviertel und so gibt es viel zu sehen. Am Museum angekommen erfahren wir dummerweise, dass der Eintritt nicht im Jordan Pass enthalten ist und auch zu teuer für das arg strapazierte Budget der Köter. Traurig wollen wir uns davon machen, als uns die Frau vom Ticketschalter hinterhergelaufen kommt. Sie will unbedingt, dass wir uns das Museum anschauen und so bietet sie uns an, einfach den Preis für Einheimisch, sprich 1 Dinar/Person zu zahlen. Das war fast rührend.

Das Museum bereitet die Geschichte Jordaniens auf wunderbare Weise auf. Es wurde sich wirklich Mühe gegeben. Das merkt man nicht nur an den liebevoll gestalteten Ausstellungsstücken, die uns von der Steinzeit über die Römer bis hin zu den Beduinen führen, sondern auch am Personal.

Die Köter verwirklichen sich gerade an einem Computer, an dem man seinen Namen in verschiedenen Sprachen aufschreiben lassen kann (Dieser Teil der Ausstellung geht um die Entwicklung der Schrift). Stolz wollen wir das Ergebnis abfotografieren, als eine Frau im weißen Kopftuch (das tragen alle Angestellten im Museum) auf uns zukommt:

„No, you don’t have to take a picture“, erklärt sie uns in perfektem Englisch. Der jordanische Akzent klingt übrigens immer unglaublich süß und freundlich. Sie druckt die Seiten für uns aus. „A present from Jordan to your country. And please tell everybody of our museum. Tell them to visit Jordan.“ Also hier noch einmal der Aufruf. Besucht Jordanien! So ein gastfreundliches Land findet ihr so schnell nicht wieder. Und wenn ihr schon mal da seid, besichtigt das Jordan Museum in Amman. Es lohnt sich!

Als die Frau merkt, dass wir aus Deutschland sind, erzählt sie uns, dass sie auf einer deutschen Schule war. „My blood is Jordanian, but my heart is German.“ Dann führt sie uns zur „Merkel Gedenkwand“. Jedenfalls sieht sie so aus. In einer kleinen Nische ist eine Wand mit Zeitungsartikeln über einen Besuch Angela Merkels beim jordanischen König geradezu tapeziert. Das ist mir übrigens schon öfter aufgefallen. Wohin man auch kommt auf der Welt: Die Menschen kennen und lieben Angela Merkel.

Am Ende der Museumstour warten die legendären „Dead Sea Scrolls“ auf uns. Der Grund, warum der Welpe von vornherein unbedingt in dieses Museum wollte. In den späten Vierziger Jahren von einem Beduinen entdeckt, der eine verlorene Ziege suchte, wurden sie zum größten archäologischen Fund des 20ten Jahrhunderts.

Die Rollen aus Leder und Papyrusrollen stammen etwa aus der Zeit 250 v. – 70 n. Christus und enthalten diverse Toratexte, Hymnen und Gebete.

Außerdem wurden noch Kupferrollen gefunden, deren Inhalt nicht religiös ist. Viel besser nämlich, in den Texten ist von mehreren Schätzen die Rede, die in der Umgebung und über ganz Palästina verteilt vergraben liegen sollen. Ein Teil davon wurde sogar gefunden. Die Köter sind begeistert. Das hat was von Indiana Jones.

Nach dem Museum ging es weiter zum Fußball – wie immer mit extra Bericht. Auch wenn es manchmal nicht so rüberkommt, aber eigentlich sind wir ja noch Groundhopper.

Nach dem Spiel wollten wir eigentlich in der angeschlossenen Hostel Lounge einkehren, doch uns erwarteten verschlossene Türen. Also ging es hoch in den Aufenthaltsraum, bewaffnet mit Computer, Reiseführer und der Menükarte für das Abendessen. Im Towel Hostel gibt es zu wirklich günstigen Preisen eine kleine Auswahl Essen, sodass man nebenbei schreiben, Back Gammon spielen und mit anderen Reisenden gemütlich small-talken kann. So auch gestern geschehen. Erstes großes Thema, wie kommt man am Besten nach Wadi Rum und ist Hitchhiken eine Option? Zweites großes Thema, der Palästinakonflikt und unsere persönlichen Eindrücke.

 

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