08.04.2016 Massada

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(Klobasawelpe) Und schon wieder klingelt der Wecker um halb sechs. Langsam wird’s echt grausam und der Welpe leidet. Aber da muss er durch. Wenigstens finden wir so die Zeit gut zu frühstücken. Thunfisch-Sandwiches. Und um sieben sitzen wir auch schon im Bus in Richtung Massada. Die Fahrt vergeht wie im Flug, allerdings schlafe ich auch die meiste Zeit und viel zu schnell werden wir am Fuß eines Berges mitten im Nirgendwo abgesetzt. Bevor wir also entspannt mit der Seilbahn nach oben zu den Ruinen Massadas fahren können, gilt es den Berg zu besteigen.


Als bayerischer Welpe kann ich den kleinen Anstieg eigentlich nicht guten Gewissens als Berg bezeichnen, aber in Kombination mit den schweren Rucksäcken, zwei Futtertüten und der Hitze, ist er kaum zu bewältigen. Wir sind schon durchgeschwitzt als wir im Visitorcenter ankommen. Dort erwarten uns Touristengruppen und eine saubere Toilette. Ein guter Zeitpunkt um wieder zu Atem zu kommen.

Dann geht es in Richtung Seilbahn. Man kann den Berg, auf dem Massada erbaut ist – ja diesmal ein richtiger Berg – auch besteigen über den Snak Path, aber das tun wir uns nun doch auch nicht an. Wir sind vielleicht masochistische Touristen, wenn es ums frühe Aufstehen geht, aber lebensmüde sind wir auch nicht. Schließlich wollen wir nicht auf halbem Weg an einem Hitzschlag sterben.

Als Intro für unseren Besuch gibt es einen kleinen Film. Etwas pathetisch und sehr hollywoodesque erzählt uns ein Mann die Geschichte Massadas. Erbaut als Palast für Herodes wurde es vor allem durch seine Bedeutung im jüdischen Krieg bekannt. 73 n. Chr. wurde die Festung von der zehnten Legion unter der Führung von Flavius Silva belagert. Als die Festung zu fallen drohte, wählten die Belagerten unter Eleazar Ben-Ya’ir den Freitod, anstatt in römischer Sklaverei zu leben. 970 Männer, Frauen und Kinder töteten sich.

Heute ist Massada ein Wahrzeichen des Staates Israels für jüdischen Heroismus und ein Symbol für jüdischen Selbstbehauptungswillen.

Der Mann im Film ist sehr darauf bedacht, immer und immer wieder klar zu stellen, wie mutig die Menschen von Massada waren.

Auf der dreiminütigen Fahrt mit der Seilbahn zu den Festungsruinen diskutieren die Köter über diesen Heldenmut. Eigentlich finden wir es nicht mutig sich umzubringen. Mutiger wäre es gewesen sich der Sklaverei zu stellen, anstatt sich selbst und seine Frauen und Kinder umzubringen.Weglaufen hat meiner Meinung nach nichts mit Heldenmut zu tun. Der Köter gibt mir Recht. Aber das ist wohl Ansichtssache.

Oben angekommen erwarten uns nicht nur die Ruinen des ehemaligen Palastes und der Festung, sondern auch ein spektakulärer Ausblick auf das Tote Meer, die Wüste und das Jordantal.

Einen Augenblick genießen wir den Ausblick. Vor wenigen Tagen waren wir schließlich noch genau auf der anderen Seite auf einem Berg und haben das Tote Meer von oben gesehen.

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Danach geht los die Ruinen zu erkunden. Leider gleicht die Besichtigung eher einem Gewaltmarsch. Ohne Gepäck wäre die Hitze ja noch erträglich, aber mit einem schweren Rucksack und zwei Plastiktüten ist es zu viel für den kleinen Welpen. Trotzdem quälen wir uns durch den zerstörten Palast. Schließlich sind wir richtige Backpacker und keine Bustouristen. Also müssen wir da durch.

Irgendwann haben wir es aber doch geschafft und warten mit den anderen Touristen auf die Seilbahn nach unten.

Dann geht es den Berg zurück zur Bushaltestelle und nach einer nicht allzu langen Weile sitzen wir endlich wieder im klimatisierten Bus in Richtung Bethlehem.

Der Rest des Tages verlief sehr unspektakulär. Vor allem für Köterverhältnisse. In Jerusalem wird vor allem zurückgehetzt. Habe ich mich schon über den Shabbat aufgeregt? Wenn ja, müsst ihr euch das jetzt nochmal anhören.

Freitagspätnachmittags spätestens bei Sonnenuntergang steht in Israel alles still. Für die Köter heißt das: Bloß rechtzeitig in den Bus nach Bethlehem kommen, bevor die Gefahr besteht, dass Checkpoints schließen. Aber keine Sorge, brav sitzen die Köter im Bus und können den Rest des Abends bei Omelett, Challah (einem jüdischen Hefegebäck am Sabbat) und Käse ausklingen lassen.

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